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Die USA marschierten im Irak ein, da sie ansonsten nicht überlebt hätten

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Obwohl die US Invasion des Irak vor etwa einem Jahrzehnt auf Lügen in der Öffentlichkeit über ein nicht existierendes Waffenarsenal basierte, waren die tiefer liegenden Gründe noch viel schrecklicher. Der Irak fand die amerikanische Achillesverse und hätte die USA – sofern nicht vorher gestoppt – in den finanziellen Bankrott geführt.

Als der amerikanische Präsident Nixon am 15. August 1971 einseitig erklärte, dass die Vereinigten Staaten ihre Kredite nicht zurück zahlen werden, gingen Schockwellen durch die Finanzwelt. Normalerweise wäre dies eine Zahlungsunfähigkeitserklärung. Stattdessen jedoch schien die Welt Nixons Erklärung, der Rest der Welt könne seine ausstehenden finanziellen Ansprüche gegenüber den USA untereinander beliebig handeln, und vielleicht darauf hoffen einen Bruchteil davon zurück zu erhalten, zu akzeptieren.

Dies leitete das größte jemals durchgeführte Experiment der globalen Finanzwelt ein. Manche behaupten unsere Wirtschaft basiere auf Jahrhunderten alten Prinzipien aus dem 17. Jahrhundert. Dies ist faktisch falsch. Die Prinzipien, unter denen die globale Wirtschaft operiert, sind gerade mal 40 Jahre alt – ein halbes Menschenleben – und es gibt wachsende Zeichen einer Schneeballsystem-Blase, welche, falls sie platzen, im Platzen einer noch nie dagewesenen riesigen Blase resultieren würden.

Vor dem sogenannten Nixon Schock basierte der US Dollar auf Gold. Jeder U.S. Dollar war ein von den Vereinigten Staaten ausgestellter Schuldschein, zu jedem beliebigen Zeitpunkt einlösbar für eine fünfunddreißigstel Feinunze Gold (31 Gramm).

Bedauerlicherweise richtete der Vietnamkrieg die US Wirtschaft zu Grunde. Als Resultat leiteten die USA den vorhersehbaren und dummen Plan ein damit anzufangen einfach Geld zu drucken um den Krieg zu finanzieren. Vor dem Krieg war die Deckung Gold-gegen-Dollar akzeptabel. Jedoch sahen manche Länder, insbesondere Frankreich, wohin die Reise ging. Charle de Gaulle bestand darauf die französischen Dollar-Reserven wie versprochen gegen Gold eingelöst zu bekommen. Dieser Handel fand statt und stürzte die hinterlegte Gold-Deckung für den Dollar von 50% auf etwa 20% – über die Grenze ökonomischer Belastbarkeit.

Feststellend, dass die USA unmöglich ihre Schuldscheine wie versprochen zurückzahlen konnten, entschied Nixon dazu… dies schlichtweg nicht zu tun und beendete deren Gültigkeit einseitig, wie bereits formuliert. Dies hatte eine Reihe von Effekten. Zunächst brachte es Währungen dazu gegeneinander zu schwanken, anstelle fest an den Dollar gekoppelt zu sein, der wiederum an Gold gekoppelt war. Weiterhin erlaubte es den USA Geld zu drucken als gäbe es kein Morgen, und brachte andere Länder durch Anregung so viele Dollars wie möglich zu kaufen dazu, diese zu horten.

Dies passierte auch und ist bekannt als Währungsreserven. Der US Dollar, als die weltweit dominante Währung, besitzt zwei gewaltige Vorteile aufgrund seiner Verwendung als Währungsreserve. Erstens ist jeder Dollar, der gekauft und in einem nicht-US Land aufbewahrt wird, ein Dollar, welcher den US Bürgern (oder Regierung) diese Kaufkraft gegenüber dieser jeweiligen anderen Nation bringt – zum Nulltarif. (Wenn ich Geld zum Spaß drucke und du kaufst es mit deinem Geld, dann kann ich dein Geld verwenden um deine tollen Dinge zu kaufen.) Der Zweite Vorteil ist der Status als weltweit internationale Handelswährung, was bedeutet dass wenn ich etwas von dir in China kaufen will, muss ich zuerst US Dollars mit meinem Geld kaufen. Erst dann kann ich diese US Dollars gegen die Güter tauschen, die ich haben will.

Diese beiden Mechanismen schaffen eine Auslandsnachfrage nach dem US Dollar, welche den grotesken Überkonsum der Vereinigten Staaten unterstützt und deren lächerlich überdimensioniertes Militär sättigt. (Du fragst wie grotesk der Überkonsum ist? Das bundesstaatliche Defizit ist bei 50%. Für jede zwei Dollar, welche die US Regierung ausgibt, muss einer davon von jemandem ausgeliehen werden. Weiterer Vergleich: Das griechische Defizit im Jahr 2011 lag bei 9,1% des Bruttoinlandsprodukts.)

Wir stellen hier fest, dass sollte eine andere Währung anfangen die Dominanz des US Dollars in wichtigem internationalem Handel zu gefährden, so würden die Währungsreserven neu ausbilanziert um diesen Fakt wieder zu spiegeln. Dies würde nicht nur zu weniger Übernahme von US Überkonsum durch andere Länder führen – neues ausbilanzieren der Währungsreserven würde dazu führen, dass Länder anfingen US $ zu verkaufen anstelle sie nicht nur nicht mehr einzukaufen, um so einen Teil ihrer bisherigen Währungsreserven in US $ mit Reserven in einer anderen Währung zu ersetzen. Gesehen wie unsicher die finanzielle Situation der USA ist, könnte dies sehr wohl eine Abstoß-Lawine auslösen, welche den US $ auf einen Bruchteil seines heutigen Wertes bilanziert. In ökonomischer Terminologie wird dies eine “Korrektur” genannt. (Ich habe einen vorigen Beitrag geschrieben, der einfach zu lesen ist.) Solch eine Lawine wäre das eindeutige Ende der Vereinigten Staaten als eine Supermacht und würde größtenteils den Kollaps der Sowjetunion wiederspiegeln, die ähnlich überfordert war. Es brächte auch viel Leid auf die bereits mehr als ausgenutzte ökonomische Mittel- und Unterschicht der USA.

Also, zurück zum Irak und der Invasion der Vereinigten Staaten. Was hätte der Irak von der anderen Seite der Erde durchaus tun können, das eine globale Kampagne von Lügen rechtfertigt, um politische Unterstützung für eine militärische Invasion aufzubauen, welche ein Jahrzehnt später immer noch Menschen tötet. Warum war es vernünftig für die US Regierung eine Billion Dollar – besser gesagt “Tonnenweise Geld” – auszugeben, um mit einem kleinen Land am anderen Ende des Planeten in den Krieg zu ziehen? Ein Land, welches absolut nichts mit den Anschlägen vom 11. September zu tun hatte? Beim Betrachten der Fakten auf dem Tisch, war es absolut vernünftig dies zu tun, trotz all dem Leid und der Toten. Es war schlichtweg eine Angelegenheit von Leben und Tot für die USA als Staat:

Irak fing plötzlich an sein Öl in Euros zu verkaufen, anstelle von US Dollars.

Die USA fielen drei Jahre später im Irak ein, was etwa die benötigte Zeit war um eine öffentliche Meinung für eine Bodeninvasion im großen Stil aufzubauen (basierend auf falschen Vorwänden, auch fachsprachlich bekannt als “Lügen”, über Waffenarsenale). Aufgrund des Fehlens von Feinheiten und Abstufungen nach den Angriffen des 11. Septembers in 2001, hatten die USA auch beachtliche Hilfe beim Lenken von Aggression gegen ein Land, welches völlig unbeteiligt an diesen Angriffen war.

Vorhersehbarerweise, nachdem die Invasion zu Ende war, eine der allerersten Aktionen der einstweilig eingesetzten US-geführten Regierung war es, zurück zum Verkauf von Öl gegen Dollars zu gehen um, so den Kreislauf von der Druckerpresse bis zum Erhalt des Öls zu schließen und die bevorstehende Bedrohung für die Existenz der Vereinigten Staaten als Supermacht zu beenden.

Man kann sich offenbar fragen, warum ich dies nun erwähne. Ich werde mit zu diesem Thema verwandten Artikeln folgen – jedoch handeln diese von BitCoin, dem Yuan, dem Iran und seiner ähnlichen Position, und die weltweite Finanzkriese im Allgemeinen. Tipp: Der Iran ist bereits dabei sein Öl in Yuan zu verkaufen und fährt fort mit einer Euro-basierten Ölbörse in Teheran.

Telegraph: “Iran prescht vor mit Dollar-Angriff”

Prudent Investor: “Iranische Ölbörse könnte den US Dollar zerstören”

Und wieder, die USA schlägt die Kriegstrommeln. Sehr voraussehbar.

Dieser Artikel wurde ins Deutsche übersetzt von Daniel Woelfle.

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Über den Autor: Rick Falkvinge

Rick is the founder of the first Pirate Party and is a political evangelist, traveling around Europe and the world to talk and write about ideas of a sensible information policy. He has a tech entrepreneur background and loves whisky.

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