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Der Facebook-Trugschluss

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Viel zu häufig höre ich das Wort “Facebook” als Rechtfertigung dafür, dass Menschen mit einem vernetzten Lebensstil keine Privatsphäre verdienen.

Das zugehörige Argument läuft in etwa so: “Die veröffentlichen doch sonst auch alles von sich – da können sie sich wohl kaum daran stören, wenn wir den Rest durch Abhören erfahren” Dies ist natürlich eine völliger und unehrlicher Trugschluss – und trotzdem höre ich dies viel zu häufig.

Menschen mit einem vernetzten Lebensstil haben einen sehr stark ausgeprägten Sinn für ihre Privatsphäre – er ist nur anders als derjenige von Menschen, die ihr Leben nicht online leben. Das Gefühl für den Sinn für Privatshpäre ist wie eine Zwiebel aufgebaut – die inneren Schichten näher am Herzen werden nur den engsten, vertrauenswürdigsten Freunden gezeigt. Was diese inneren Dinge sind hat sich natürlich über die Generationen verändert. Heute ist es beispielsweise ohne große Schwierigkeiten möglich, eine andere sexuelle Orientierung als monogam heterosexuell zu veröffentlichen, ja sogar auf seiner Wikipedia Seite (Link auf Englisch) anzugeben; vor einer Generation hingegen hat man so etwas eher näher am Herzen getragen.

Der Trugschluss basiert auf der recht widerwärtigen Unfähigkeit, zwischen freiwillig etwas tun und dazu gezwungen zu werden zu unterscheiden bzw. unterscheiden zu wollen. Es ist der Unterschied zwischen Zustimmung und Nicht-Zustimmung. Ob jemand hingegen meint, dass man seine Zustimmung geben sollte abhängig davon wie er oder sie selbst denkt hat damit überhaupt nichts zu tun.

Wenn ich Dinge über mich veröffentliche, tue ich dies freiwillig selbst wenn diese Informationen und Bilder vor einer Generation nie veröffentlicht worden wären. Wenn mir die Informationen jedoch entwendet werden, werde ich und meine Privatsphäre verletzt.

Viel zu häufig hört man Politiker in den Medien argumentieren, dass das Verhalten der Menschen auf Facebook den Politikern das moralische Recht gibt, alle zu belauschen zumindest in dem Maße in dem die Menschen selbst Dinge über sich preisgeben. Dies zeigt ein erschreckendes Maß an Unverständnis sowohl des Konzepts der Privatsphäre als auch das der Zustimmung.

Ein Blogger in Schweden hat auf eine recht treffende Analogie hingewiesen (inzwischen offline): “Warum verstehen diese Leuten den Unterschied zwischen Sex haben und vergewaltigt werden nicht?”.

Dieser Artikel wurde ins Deutsche übersetzt von frankste.

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Über den Autor: Rick Falkvinge

Rick is the founder of the first Pirate Party and is a political evangelist, traveling around Europe and the world to talk and write about ideas of a sensible information policy. He has a tech entrepreneur background and loves whisky.

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Rick is the founder of the first Pirate Party and is a political evangelist, traveling around Europe and the world to talk and write about ideas of a sensible information policy. He has a tech entrepreneur background and loves whisky.

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